
The Beginning
Letzte Änderung am 15.08.99
Früher, als die Welt noch jung war und die Spielideen noch frischen Elan aussprühten, machte sich ein bis dato unbekanntes
Programmierteam um den Frontmann Peter Molyneux daran, ein revolutionäres Spiel zu entwickeln, das für damalige
Verhältnisse nicht nur spielerisch, sondern auch grafisch neue Maßstäbe setzen sollte.
Die Rede ist logischerweise von Populous 1, das damals wie eine Bombe einschlug und die Ochsenfrösche über
Nacht berühmt machte. In diesem Spiel verkörperte man eine Gottheit, die ihr Volk in einer Echtzeit berechneten Umgebung in 500
Missionen aufziehen und sich gegen die feindlichen Völker gegnerischer Götter erfolgreich zur Wehr setzen muß. Grundbaustein
war damals das Einebnen von Flächen, auf denen unser Volk dann entsprechend dieser Fläche kleine Hütten oder große Burgen
erbauen konnte. Sinn und Zweck des Ganzen war es, mit Hilfe des religiösen Glaubens unserer Schöpfung (in diesem
Zusammenhang wurde wohl zum ersten Mal in einem Computerspiel das Wort "Mana" eingebracht) die Macht zu erlangen, um
göttliche Katastrophen über unsere Feinde zu bringen.
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Schon damals gab es eine glorreiche Auswahl an Wundern und Katastrophen, wie das Erschaffen von Erdbeben, Sümpfen und
Vulkanausbrüchen auf feindlichen Gebiet. Alternativ dazu konnte man auch einen Helden erschaffen, in dem sich unsere Anhänger
sammelten und der je nach Stärke ganze Siedlungen des anderen Volkes in Brand stecken konnte, bevor er besiegt wurde.
Höhepunkt eines Levels war der sogenannte Armageddon Zauber, der alle Anhänger eines Volkes zusammenrotten ließ und
dann zum finalen Endkampf aufrief.
Im Jahre '92 war dann die Zeit für einen Nachfolger gekommen. Das etwas mittelalterlich angehauchte Ambiente des Vorgängers
mußte nun der griechischen Mythologie weichen und so baute unsere Schöpfung keine Schlösser mehr, sondern wunderschöne
griechische Paläste, die sich natürlich auch je nach Größe voneinander unterschieden. Rein spielerisch hatte sich ebenfalls viel
getan: Die Levelanzahl wurde auf die sagenhafte Zahl von nunmehr 1000 Level erhöht und die Katastrophen fanden sich jetzt in
verschiedenen Sparten wieder.
So konnte man unter der Kategorie "Feuer" unter anderem Flammensäulen, Feuerregen und Vulkanausbrüche auslösen, unter
dem Begriff "Erde" durfte man dem Feind das Leben mit Sümpfen, Erdspalten, Erdbeben und Felsauswüchsen das Leben schwer
machen. Unter "Wasser" gab es die besonders fiesen Umwandlungstümpel, die feindliche Völker in unsere eigenen Leute
umwandeln konnten, falls einer aus versehen hineinfiel. Nebenbei bot diese Sparte einen der schlimmsten Zauber überhaupt -
eine Sintflut, die wirklich ganze Siedlungen unter Wasser setzen konnte. Um die Sache komplett zu machen, konnten "Luftzauber"
Wirbelstürme und ganze Orkane verursachen, die auch die größten Häuser einfach weg wehten. Auch bei den Helden hatte sich
etwas getan: Neuerdings hatte jede Sparte ihren eigenen Helden, der besondere Fähigkeiten besaß. Besonders erfreulich war
aber die Tatsache, daß es sich Bullfrog nicht nehmen ließ, endlich mal eine richtige Persönlichkeit hinter dem Spiel zu
Erstellen.
Man konnte sich zu Anfang das Konterfei des Gottes, den man verkörpern sollte, auswählen (wirkte sich je nach Aussehen
übrigens auf die Gegner aus) und durfte ihm für jedes erfolgreich beendete Level Fähigkeitspunkte zuordnen, die uns in den
entsprechenden Kategorien stärker machten.
Nun vergingen aber etliche Jahre und obwohl Spiele wie Theme Park oder Dungeon Keeper natürlich zu den besten ihrer Zunft gehörten, wurden die Rufe nach einem
Populous Nachfolger immer lauter. Nachdem Peter Molyneux dann leider seine eigene Firma verließ und
Lionhead gründete (bei denen momentan das sehr vielversprechende Black&White produziert wird), machte
sich Bullfrog endlich daran, einen echten Nachfolger für den einstigen Megaseller zu erstellen. Ende '98 kam das Teil auf
den Markt und jetzt liegt es mir, das Ding zu testen ;)
OK - die Vorgeschichte war jetzt lang genug, deshalb komme ich mal zum eigentlichen Spiel. Populous 3 trägt den
Untertitel "The Beginning", und das aus gutem Grund: Rein spielerisch ist das Game nämlich noch vor Populous 1
angesiedelt. Diesmal verkörpert der Spieler nämlich keine allmächtige Gottheit, sondern eine Schamanin (Frauen Power ist
angesagt *g*), die erst mal zu einem allmächtigen Wesen aufsteigen muß. Doch dafür gilt es, die über 25 Level erfolgreich zu
absolvieren. Wie eh und je haben wir es mit anderen Völkern zu tun, die ebenfalls von ihrer Schamanin geführt
werden.
Neu ist hierbei folgendes: Zum einen ist unsere Magierin diesmal direkt im Spiel eingebracht und kann auch kurzzeitig getötet
werden, zum anderen kämpfen wir jetzt erstmals gegen mehrere Stämme gleichzeitig, die sich erfreulicherweise auch
untereinander bekämpfen, aber auch verbündet gegen uns vorgehen können. Neu ist natürlich auch die im Vergleich zu den bis zu
vierstelligen Missionen des zweiten Teils recht geringe Levelanzahl. Es ist zwar nicht so, daß die Level bei Populous 3 viel
länger zu spielen wären als beim Vorgänger (bei Pop2 gab es mitunter auch Abschnitte, die 1-2 Stunden gedauert haben),
doch es gibt auf alle Fälle keine Mission mehr, die man schnell beenden könnte. Eine Spielzeit von 1 Stunde ist bei den meisten
Welten das absolute Minimum. Außerdem wurden sowohl die Aufgabenfelder, als auch die Level viel differenzierter gestaltet.
Ziel des Spiels ist es in den meisten Missionen, das feindliche Volk komplett zu vernichten. Aber das ist nicht immer so. Manchmal
geht es auch nur darum, einen bestimmten Zauberspruch als erstes zu erreichen oder seine Schamanin in einer bestimmten Zeit
aus den Klauen des feindlichen Volkes zu befreien.
Herz und Angelstück von Populous 3 ist immer noch die Magie, die wir mit Hilfe von Mana zum Ausdruck bringen können.
Altbekannte Sprüche wie Feuerregen oder Wirbelsturm sind ebenso vorhanden wie völlig neue Magie in Form eines
zerstörerischen Todesengels oder eines Insektenschwarms, der feindliche Menschen für kurze Zeit von unserer Schamanin
fernhält.
Im Gegensatz zu früher wird aber nun auch mehr Wert auf den eigentlichen Kampf zwischen den Figuren gelegt. Man hat nun die
Auswahl zwischen vier Truppentypen, die der Spieler in verschiedenen Gebäuden ausbilden darf. Zum einen währe das der ganz
normale Nahkämpfer, der mit Schwert und Karate Tritten der normalen Bevölkerung weit voraus ist und recht hohen Schaden an
Haus und Hof anrichten kann. Darüber hinaus dürfen wir uns mit Feuerwerfern ausrüsten, die ein wenig über magische
Möglichkeiten verfügen und über weite Distanz Feuerbälle aus ihren Händen schießen lassen können. Ganz übel sind allerdings
die Priester, mit deren Hilfe ganze Horden feindlicher Armeen besänftigt bzw. nach einiger Zeit sogar zur eigenen Seite
umgewandelt werden. Hier hilft nur ein eigener Priester, der den Effekt des Feindes quasi neutralisiert. Die auf den ersten Blick
eher friedlichen Spione nehmen die Farbe der feindlichen Stämme an und legen mit Vorliebe Feuer an bestimmten Gebäuden.
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Mittels eines gut gestalteten Menüs am linken Bildschirmrand kann man sich Gebäude aussuchen und diese als groben Umriß auf
einer freien Fläche anbringen. Sogleich eilen freie Dorfbewohner herbei und fangen mit dem Einebnen an, das ein wenig an Die
Siedler erinnert. Nach getaner Arbeit fängt das Bauen des Gebäudes an. Dafür benötigen unsere Bewohner als einzigen Rohstoff
Holz, das aber leider nicht immer in Form von Bäumen zu finden ist und nur langsam wieder nachwächst.
Neben normalen Wohnhäusern, die sich in noch zwei weiteren Stufen vergrößern lassen, gibt es die Ausbildungsgebäude für die
jeweiligen Truppentypen, Wachtürme, Bauanlagen für Boote und Ballons u.s.w. Zaubersprüche lassen sich übrigens nur dann
erfolgreich einsetzen, wenn das Ziel auch in der Nähe unserer Schamanin steht. Jeder Spruch hat nämlich einen bestimmten
Wirkungsradius, den es einzuhalten gilt.
Der wohl größte Unterschied zu den beiden Vorgängern ist das zeitgemäße Gewand, in das The Beginning gekleidet ist.
Als wohl das bislang einzige Strategiespiel bietet Populous 3 nämlich eine ECHTE 3D Umgebung, die mittels
Cursortasten bewegt und rotiert werden kann. Darüber hinaus kann man weit entfernte Gebäude relativ flott heranscrollen und sieht
somit, wie sich ein kleines unscheinbares Gebäude vor unserer Nase zu voller Größe entpuppt. Auch Spielerisch bringt diese Art
der Darstellung eine ganze Menge. Stärker als bei jedem anderen 3D mäßig angehauchten Echtzeitstrategiespiel spielt bei
diesem Game die Position einer Spielfigur eine SEHR große Rolle. Unsere Magierin hat z. B. von einem Berg aus einen viel
größeren Radius, um ihre Zaubersprüche loszulassen. Das Gleiche gilt für die Feuerwerfer. Auch die Geschwindigkeit einer Einheit
wird je nachdem, ob sie hoch oder runter läuft beeinträchtigt.
Neben dem 3D Aspekt bietet Populous 3 aber auch wunderschöne Effekte, die besonders bei den Zaubersprüchen zur
Geltung kommt. Ein Vulkanausbruch läßt riesige Lavamengen auf feindliches Gebiet fließen und zerstört damit unzählige
Strohhäuser, die in einem flammenden Inferno eindrucksvoll verbrennen. Aber auch normale Naturereignisse wie das Steuern des
Segelbootes wird zum putzigen Vergnügen, wenn sich das Teil durch den Wind in alle Richtungen und im Kreis bewegt, nur nicht
dorthin, wo man das dumme Ding eigentlich hinsteuern wollte. Ebenfalls drollig sieht die Darstellung der Ballons aus, die z. B. bei
einem Angriff kurzzeitig den Boden berühren und sich dann wieder mit vollen Schwung in die Lüfte katapultieren.
Kein Wunder also, daß man für soviel geballte Präsentation nach Möglichkeit eine Voodoo Karte oder vergleichbares in seinem
Rechner haben sollte. Im krassen Gegensatz stehen dazu übrigens die Figuren des Spiels, welche ganz normale Bitmap Grafiken
sind und ein wenig comic-artig gezeichnet wurden. Trotzdem passen sie meiner Meinung nach gut in die sonst völlig texturierte
Polygon 3D Welt.
Zaubersprüche und Gebäude erhält man übrigens erst nach und nach, wobei es einem etwas schwieriger gemacht wird, als bei
den Vorgängern: Neuerdings muß man sich die Sprüche nämlich erst besorgen. Dies geschieht an speziellen Schreinen, die von
unseren Anhängern angebetet werden müssen, bis eine bestimmt Energie Anzeige voll ist - erst dann steht uns die neue Technik
zur Verfügung.
Multiplayer Partien funktionieren mit bis zu vier Spielern über Netzwerk oder Internet. Die Rechenpower für Populous 3
sollte mindestens in Bereichen von 200 MHz und einer vernünftigen 3D Karte liegen, sonst wird das Spiel arg ruckelig.
Text von ATG
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Meinung von
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Etwas ungewöhnlich ist die 3D Grafik am Anfang schon. Die Einarbeitungszeit ist allerdings relativ kurz und schnell findet sich der
Spieler mit dem Spielprinzip zurecht, welches dank einer deutschen Online Hilfe ein Nachschlagen im Handbuch großenteils
überflüssig macht.
Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern hat Populous 3 weniger die Besiedlung einer ganzen Welt im Sinn, sondern geht
beim Dorfaufbau mehr ins Detail über. So hat man vergleichsweise wenig Gebäude im Spiel, die zudem nur mit einer
entsprechenden Menge Holz gebaut werden können. Das Bevölkerungslimit ist dabei sowieso auf maximal 200 Einheiten
begrenzt. Die Zaubersprüche sehen größtenteils recht effektvoll aus, könnten aber von der Anzahl her etwas größer sein. Das
Spiel versucht etwas künstlich die wenigen Sprüche über die 25 Level so zu verteilen, daß man auch später noch etwas an
Spannung behält, doch das ist meiner Meinung nach nicht ganz geglückt.
Daß die Kämpfe nun endlich mal richtig ausgefochten werden, kann ich ähnlich wie bei Siedler 3 nur begrüßen. Trotzdem gibt es da noch so manchen Kritikpunkt. So lohnt es sich z. B. kaum,
ein paar Feuerwerfer zu erstellen, weil diese relativ schwachbrünstig sind. Statt dessen setze ich lieber auf ganz normale Krieger.
Etwas ärgerlich ist auch die Tatsache, daß der Gegner mit nur einem Priester meine gesamte Armee aufhalten kann, wenn ich
selbst keinen Geistlichen ausgebildet habe. Oftmals kriegt man in der Hitze des Gefechts gar nicht mit, daß grade ein feindlicher
Pfaffe wieder 10 Leute von mir umgewandelt hat und man fragt sich plötzlich, wo denn der ganze Trupp abgeblieben ist.
Sehr gut gefallen hat mir die 3D Grafik, die zudem auch noch spielerischen Wert hat. Außerdem gefallen mir die vielen kleinen
Details wie zerschellende Boote und bei Beschuß herumfliegende Einheiten, die die ganze Welt sehr lebhaft machen. Trotzdem
hätte das eine oder andere zusätzliche Detail dem ganzen Spiel sicherlich nicht geschadet.
Populous 3 macht vor allem zu Anfang einen Heidenspaß, wird aber mit der Zeit etwas langatmig, weil nur wenig neues
passiert. Trotzdem kann man das Spiel ohne weiteres bis zum Ende durchspielen ohne dabei einzuschlafen. Letztendlich bleibt
mir dann nur zu sagen, daß Pop3 zwar nicht unbedingt an die Güteklasse seiner Vorgänger anknüpfen kann, aber
trotzdem zu den besten Spielen seines Genres gehört!
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Meinung von
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Mit dem Populous früherer Tage hat diese Version relativ wenig gemein. Bis auf einige Zaubersprüche hat sich nämlich
fast alles verändert. Das beginnt schon mit der Grafik, die nun ein echtes 3D Terrain bietet und vor allem mit einer Voodoo
Grafikkarte sehr schön ist. So verbrennen Gebäude sehr effektvoll und die Fußspuren unserer Männer hinterlassen deutliche
Abdrücke.
Doch auch spielerisch gesehen macht das neueste Werk von Bullfrog einen sehr guten Eindruck. Durch die Truppentypen
bekommt die Bevölkerung etwas mehr Gewicht. Statt nur als Mana Lieferanten und Gebäudebauer zu fungieren, können sie mit der
entsprechenden Ausbildung jetzt auch aktiv am Geschehen teilnehmen. Dadurch, daß es nicht darauf ankommt, ob man z. B.
genug Waffen für seine Krieger hat, entfällt zwar der wirtschaftliche Aspekt wie bei Die Siedler, doch dafür wird das Spiel
auch für Gelegenheitsstrategen interessant.
Zu bemängeln wären trotzdem noch ein paar Punkte. Zum einen gibt es zu wenig Level - Populous 3 ist also für meinen
Geschmack zu schnell durchgespielt. Dann fehlt es außerdem an Zaubersprüchen. Wenn man erst einmal die gewaltige Anzahl
der Sprüche von Populous 2 gewöhnt war, möchte man ungern wieder auf ein solche kleines Maß beschränkt sein - vor
allem, wenn die Grafik so schön aussieht. Darüber hinaus sind mir meine Stammesangehörigen ein wenig zu faul. Für meinen
Geschmack könnten sie ruhig etwas weitere Strecken laufen, um z. B. an Holz zu kommen. Auch weiß ich oftmals nicht, warum
bestimmte Siedler einfach nur in der Gegend rumstehen, obwohl nebenan ein Gebäude fertig gestellt werden müßte. In einem
solchen Fall ist man schneller, wenn dem Gebäude manuell Einheiten zum Aufbau zugewiesen werden.
Insgesamt gesehen ist Populous 3 ein würdiger Vertreter seiner Zunft und sorgt für lang anhaltenden Spielspaß. Mir
persönlich sagt allerdings Dungeon Keeper aus dem gleichen Haus sehr viel
mehr zu, so daß ich mich schon auf den kommenden zweiten Teil freue.
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Genre:
Strategie
Erschienen: 12/98
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| P100 / 16MB |
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P200 / 80MB
mit Voodoo 1 |
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Cel 300 /
128MB
mit Voodoo 2 |
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Cel 366 /
128MB
mit Riva TNT |
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Hersteller
Schwierigkeitsgrad
Multiplayer
Sprache |
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Bullfrog
Normal
Netzwerk, Internet
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