Außen hui - innen pfui?
Letzte Änderung am 15.08.99
Lange wirbelte Acclaim die Werbetrommel für dieses Feuerwerk an grafischer Präsentation und packenden
Tunnelkämpfen. Trotzdem ging es mehr oder weniger in der Masse der Konkurrenz unter, was entweder an der Spielart lag,
Forsaken versteht sich als actionreiche Variante von Descent und somit komplizierter zu steuern als seine
Genrekollegen, oder am Spiel selbst, welches vielleicht doch nicht ganz so toll war, wie es uns der Hersteller glauben machen
wollte? Naja, dieser Test wird es jedenfalls zeigen...
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Die Erde der Zukunft liegt nach Atomversuchen der menschlichen Wissenschaftler in Schutt und Asche, ein Leben auf dem einst so
schönen Planeten ist nicht mehr möglich. Trotzdem herrscht nicht gerade die absolute Totenstille - ganz im Gegenteil, es herrscht
reges Treiben. Der Grund dafür liegt in den zahlreichen Schätzen, die die Verwüstungen überlebt haben und so kommt es, daß
sich der Abschaum des Universums versammelt hat, um die letzten Überbleibsel der menschlichen Kultur zu stehlen.
Einer dieser "Helden" stellen sie dar und haben auch gleich zu Anfang die Auswahl, wer diesen Charakter darstellen soll. Sie
haben die Auswahl zwischen fast einem Dutzend Bikern (ja, die Fluggerätschaften der Zukunft sind Hoverbikes), die sich in ihrer
Geschwindigkeit, Panzerung und Waffenstärke voneinander unterscheiden. Außerdem hat jeder natürlich auch seine eigene
grafische Darstellung.
Die Steuerung ist stark an den Klassiker Descent orientiert und das ist auch verständlich, denn auch in Forsaken
bewegen wir uns in engen Tunneln und großen Hallen - allerdings nicht am Boden, sondern immer schwebend in der Luft, weshalb
man sich nun nicht nur nach vorne, hinten, links und rechts orientieren muß, sondern auch nach unten und oben. Diese zusätzliche
Steuerungselemente machen die Führung unserer Kampfgefährts nicht gerade einfach und es erfordert schon ein wenig Übung,
bis man es einigermaßen anständig beherrscht.
Der Hauptgrund für unsere gefährlichen Ausflüge auf den Rest des Planeten Erde ist pures Gold, welches in den einzelnen Leveln
herumliegt und eingesammelt werden muß. Jetzt kann man sich allerdings vorstellen, daß diese Teile nicht umbewacht sind und
genauso ist es: Die Überlebenden der Katastrophe sind natürlich gar nicht darüber erfreut, daß sie derart ausgeräubert werden
und haben Unmengen an kleinen und größeren Robotern stationiert, die auf diese Schätze aufpassen sollen. Dabei haben wir es
sowohl mit fliegenden, fahrenden als auch mit fest stationierten Kampfeinheiten zu tun, die über ein großes Waffenpotential
verfügen.
Im Mehrspielermodus wird das Ganze sogar noch verschärft, denn dann haben wir es freilich nicht mehr mit der planetarischen
Abwehr zu tun, sondern mit menschlichen Kontrahenten, die ebenfalls auf Raubzug sind. Logischerweise steht dann aber nicht
mehr das Gold Sammeln im Vordergrund, sondern das gegenseitige Abschießen. Allerdings gibt es natürlich viele Spielmodi wie
Capture the Flag, um keine Langweile aufkommen zu lassen.
Damit man sich gegen diese Störenfriede zur Wehr setzen kann, hat Acclaim dem Spiel ein großes Waffenarsenal zur
Seite gelegt. Da gibt es von der Strahlenwaffe, zur Streukanone bis hin zu den verschiedensten Arten von Raketen wirklich alles,
was das Actionherz begehrt. Besonders effektiv werden unsere Geschütze durch mehrmaliges Ausbauen, so daß ein
vollbewaffnetes Hoverbike es schon mit einer kleinen Armee aufnehmen kann.
Das alles hört sich ja jetzt nicht besonders neu und interessant an - halt wie ein ganz normaler Descent Clone, wenn da
nicht die Grafik wäre, die bei Forsaken wohl den Ausschlag gibt. Diese ist zwar auch schon im normalen Software Modus
schön anzusehen und auch auf Mittelklasse Systemen recht flüssig, aber erst mit einer 3D Karte bekommt man ein Feuerwerk an
Grafikeffekten zu sehen.
Tolle Explosionen, Transparenzeffekte und Waffenentladungen in den schillernsten Farben erfreuen das Herz eines jeden
Technikfreaks. Pixel sieht man dank Voodoo überhaupt nicht - dafür Licht und Schatteneffekte, die sich auf den Wänden
wiederspiegeln. Es ist ein wahres Feuerwerk an Grafikfinesse, das einem hier auf den ersten Blick geboten wird. Dafür muß das
Game allerdings in Sachen Abwechslung und Gegnerinnovation Federn lassen. Auch das Leveldesign kann nicht auf Dauer
motivieren - aber dazu im Meinungskasten noch mehr.
Während eines Levels trifft man ab und an auf einen Obermotz, der sich natürlich aus der Masse der kleineren Einheiten
heraushebt. Neben dem Ballern auf feindliche Gegner darf man auch ab und an ein paar Puzzles lösen, die sich aber
hauptsächlich auf das Finden&Öffnen von versteckten Türen beschränken und sich daher keinesfalls mit denen von Descent
2 vergleichen lassen.
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Der wahren Spaß erleben Action Freaks wohl besonders im bereits erwähnten Mehrspielermodus, der via Internet, Netzwerk und
Modem/Nullmodem spielbar ist. Bis zu 16 Personen können einer Netzwerk Session angehören. Besonders erwähnenswert ist
noch der relativ kleine Hardwarehunger der Spiels. Es läßt sich mit und ohne 3D Karte problemlos auf einem P133 mit 32 MB durch
die Gänge düsen.
Text von ATG
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Meinung von
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Hmm, Forsaken macht es einem schwer, die bittere
Wahrheit ans Tageslicht zu bringen.
Trotz der tollen grafischen Lichteffekte und sonstigen optischen Finessen kann das Spiel nicht überzeugen. Zumindest der
Einzelspielermodus ist derart langweilig, daß man den Kauf schon nach wenigen Stunden Spielzeit bitter bereut.
Der Grund für diese Eintönigkeit liegt vor allem an
den Gegnern, die es nicht schaffen, den Spieler in
begeisterte Feuergefechte zu führen. Zum einen sehen
sie trotz der oberflächlich tollen Grafik nicht besonders
aus - es fehlt hier an Texturen, Polygonen und Abwechslung
und zum anderen Verhalten sie sich so, wie man es
von einem Spiel gewohnt ist, in dem wahre Massenschlachten
vorkommen. Das Problem ist nur: Forsaken ist
aufgrund seiner komplizierten Steuerung gar nicht
für Massenschlechten wie Quake
ausgelegt. Hier hat man mit engen Gänge und der echten
3D Grafik zu kämpfen und erwartet daher eine ausgeklügelte
KI, die Descent 2 ja schon eindrucksvoll unter
Beweis gestellt hat.
Zusammen mit den teils öden Ortschaften, die die effektvolle Grafik wie bereits erwähnt nur oberflächlich zu verdecken vermag,
wird daraus ein Game, das im Einzelspielermodus für Tränen der Müdigkeit sorgen wird.
Der Mehrspielermodus dagegen kann auch auf Dauer motivieren und sollte daher der Hauptkaufgrund sein. Wer allerdings keine
Netzwerksession's zu Hause startet und auch im Internet keine Gegner finden möchte, sollte lieber die Finger von
Forsaken lassen, vor allem, weil es Acclaim leider versäumt hat, ein paar Bots einzubauen, die dem Spiel auch für
Solospieler mit Sicherheit mehr Spannung gegeben hätten...
So bleibt nur zu sagen, daß Forsaken zwar eine grafische Hülle der Extraklasse besitzt, aber dank langweiligem Design
von Leveln und Gegnern nicht in den Spitzenbereich der 3D Spiele aufschließen kann. Mal sehen, was da Descent 3 zu
bieten hat...
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Genre:
Action
Erschienen: 05/98
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| P100 / 16MB |
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P200 / 80MB
mit Voodoo 1 |
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Cel 300 / 128MB
mit Voodoo 2 |
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Cel 366 / 128MB
mit Riva TNT |
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Hersteller
Schwierigkeitsgrad
Multiplayer
Sprache |
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Acclaim
Variabel
Netzwerk
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